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Gewalt in der Schwangerschaft
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In der Regel bringt eine Schwangerschaft für die werdende Mutti durchweg positive Aspekte mit sich. Dennoch gibt es auch Schwangerschaften, über die sich ein Schatten legt, da sie aus einem gewaltvollen Umstand entstanden sind oder die Frau unterschiedlicher Gewalt ausgesetzt ist. Es ist leider gar nicht so selten, dass gerade schwangere Frauen von ihren Männern während der Schwangerschaft geschlagen werden. Laut einer Studie besteht eine erhöhte Gefahr, dass gewalttätige Männer während der Schwangerschaft vermehrt zuschlagen. Des Weiteren weiß man heute, dass rund 406 Schwangerschaften aus sexuellen Gewalttaten entstanden sind, wobei die Dunkelziffer weitaus höher ist.
Viele Frauen, die aus einer Vergewaltigung heraus schwanger geworden sind, leiden unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, die sich zu 50 Prozent auch auf das ungeborene Kind überträgt. Das Ungeborene wird ebenfalls durch die Mutter traumatisiert und wird bereits mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung geboren. Hier wird eine professionelle Hilfe nötig, um die Weitergabe an die nächsten Generationen zu stoppen.
Zahlen, die erschrecken und die deutlich machen, dass es unumgänglich ist, adäquate Beratungsstellen einzurichten, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen, um betroffenen Frauen professionell helfen zu können.
 
Wo finden Betroffene Hilfe?
 
Zunächst bietet jede psychologische Beratungsstelle die richtige Anlaufstelle. Auch Ärzte und Hebammen aus dem Umfeld der schwangeren Frau können erste Anlaufstellen sein. Es ist in aller erster Linie wichtig, dass sich die betreffenden Frauen outen und sich Hilfe für sich selbst und ihr Baby suchen. Hat sich die betreffende Frau an eine Stelle ihrer Wahl gewandt, ist der erste Schritt getan. Daraufhin muss unbedingt eine Therapie folgen, die von gut ausgebildeten und kompetenten Fachkräften durchgeführt wird.
 
Frauenberatungsstelle – FrauenLeben e.V.
 
Eine solche Beratungsstelle der pro familia findet sich beispielsweise in Köln, bei der unterschiedliche Hebammen, Ärzte, Psychotherapeuten und auch Rechtsanwälte miteinander zusammenarbeiten. Die kostenlose Beratung kann direkt vor Ort oder aber auch telefonisch oder per E-Mail erfolgen.
Hier finden Frauen das Netzwerk "Gewalt in der Schwangerschaft. Schwanger nach Gewalt", das aufgrund einer Veranstaltung zum Thema entstanden ist.
Das seit 2007 arbeitende Netzwerk bietet allen Frauen Hilfe an, die durch Missbrauch schwanger wurden oder in irgendeiner Form Gewalt in der Schwangerschaft erleben müssen. Auch Frauen, die unter früheren Traumata leiden, sind hier an der richtigen Adresse.
Die Experten beschäftigen sich intensiv mit folgenden Themen: Wie stehen die Problematiken einer Schwangerschaft in Verbindung mit einer vorausgegangenen Vergewaltigung? Hat Gewalt vor oder während der Schwangerschaft bestimmte Auswirkungen auf die Schwangerschaft selbst? Welche Bedeutung hat ein Schwangerschaftsabbruch in konkret diesen Situationen? Welche Rolle nimmt der Vater des Kindes ein und wie gestaltet sich die Beziehung von Mutter und Kind?
 
Das Netzwerk versucht betroffene Frauen zu begleiten, sie professionell zu unterstützen und dadurch das erhöhte Risiko, eine Fehl- oder Frühgeburt zu erleiden, zu mindern. Frauen können hier offen, über die für sie entstandenen Probleme, sprechen und mithilfe von Therapeuten, die daraus entstandene Problematik bearbeiten. Hier wird den Frauen auch bei bestehender Gewalt Hilfe angeboten, das Umfeld zu verlassen und in sicherer Umgebung die Schwangerschaft zu beenden. Auch nach der Geburt sind die Frauen nicht allein und werden kompetent beraten, welche Therapie die richtige für sie ist.
Wer in Not ist, sollte keinesfalls schweigen, vielmehr ist es wichtig, sich so schnell wie möglich zu öffnen und Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen. Sie sind nicht allein, lassen Sie sich helfen.
Unter www.schwanger-und-gewalt.de finden Sie alle Kontaktmöglichkeiten – auch anonym.
 
Bildnachweis: © Miriam Dörr - Fotolia.com


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