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Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft
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Mit der Schwangerschaft beginnt für die meisten Frauen eine Phase im Leben, in der sie ihre bisherige Lebensweise hinterfragen. Damit das Kind gesund heranwachsen kann, sind für sie jetzt nicht nur Alkohol und Zigaretten tabu. Auch gesunde und bewusste Ernährung wird jetzt wichtiger als zuvor. Um mögliche Mangelerscheinungen oder Schäden auszuschließen, greifen viele Schwangere zu Nahrungsergänzungsmitteln. Nicht alle davon sind aber auch tatsächlich sinnvoll.
 
Erhöhter Bedarf während der Schwangerschaft
 
Grundsätzlich enthält eine ausgewogene Mischkost mit viel frischem Obst und Gemüse alle Nährstoffe, die der Mensch benötigt. Nahrungsergänzungsmittel sind deshalb nur im Ausnahmefall notwendig. Allerdings beansprucht eine Schwangerschaft den Körper in besonderer Weise. Darüber hinaus kann ein unentdeckter Mangel an manchen Nährstoffen langfristige Folgen für das Kind haben. Besonders problematisch ist ein Mangel an Folsäure, da dieser zu schweren Beeinträchtigungen der Zellteilung und des Wachstumsprozesses bis hin zu Missbildungen wie „Spina bifida“ führen kann. Die zur Gruppe der B-Vitamine gehörende Folsäure ist zwar in Hülsenfrüchten und verschiedenen Gemüsesorten enthalten, wird aber meist nicht in ausreichender Menge aufgenommen. Da sich ein Mangel an Folsäure insbesondere in der Frühschwangerschaft stark auswirken kann, sollten Frauen mit Kinderwunsch ihre Ernährung bereits vor der Schwangerschaft entsprechend umstellen.
 
Spätestens mit Bekanntwerden der Schwangerschaft sollte Folsäure unbedingt ergänzt werden, um die gesunde Entwicklung des Embryos zu unterstützen. Auch der Bedarf an Jod erhöht sich während einer Schwangerschaft deutlich. Wenn eine Schwangere zu wenig Jod zu sich nimmt, vergrößert sich dadurch stark das Risiko einer Fehlgeburt. Da außerhalb der Küstenregionen weite Teile Europas ohnehin Jodmangelgebiete sind, empfiehlt sich auch hier generell eine Nahrungsergänzung. Um ihren Körper auf eine Schwangerschaft vorzubereiten und auch für die eigene Gesundheit etwas zu tun, können Frauen mit Kinderwunsch bereits im Vorfeld bei der Essenszubereitung Tafelsalz verwenden, das mit Jod angereichert ist.
 
Nahrungsergänzungsmittel für besondere Bedarfslagen
 
Von Folsäure und Jod abgesehen benötigen gesunde Schwangere in der Regel keine der in der Werbung angepriesenen Nahrungsergänzungsmittel. Insbesondere an Vitaminen und Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium besteht bei abwechslungsreicher Ernährung keinerlei Mangel. Entsprechende Präparate, wie sie in Supermärkten und Drogerien verkauft werden, sind deshalb bestenfalls überflüssig. Auch tatsächlich vorhandene Versorgungslücken können meist leicht durch eine Ernährungsumstellung geschlossen werden. So ist beispielsweise die zusätzliche Einnahme von Fischöl recht umstritten, da die darin enthaltenen Omega-3- Fettsäuren auch durch regelmäßigen Verzehr von Fisch oder Leinsamen aufgenommen werden können. Ähnliches gilt für Vitamin D und Eisen, obwohl tatsächlich nicht wenige Frauen schlecht mit diesen Stoffen versorgt sind. Allerdings kann bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln eine Überdosierung durchaus negative Folgen für die Gesundheit des Kindes haben. Insbesondere eine zu große Menge an Vitamin A kann gefährlich werden, da sie Missbildungen verursachen kann. Nur dann, wenn wirklich ein Mangel an einzelnen Vitaminen oder Mineralstoffen vorliegt, sollten diese auch ergänzt werden. Bevor eine Schwangere zu Nahrungsergänzungsmitteln greift, sollte sie deshalb von ihrem Frauenarzt überprüfen lassen, ob und welche Stoffe ihrem Körper überhaupt fehlen.
 
Außerdem sollte sie nur vom Arzt empfohlene Präparate einnehmen, da frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel unklarer Herkunft oft auch eine unklare Zusammensetzung haben. Besonders wichtig ist die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt für Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, um eine mögliche Fehlernährung auszuschließen. Gerade für Veganerinnen empfiehlt sich meist die Einnahme von Vitamin B 12, da dieses normalerweise nur in tierischen Lebensmitteln vorhanden ist und deshalb von ihnen nicht über die Nahrung aufgenommen werden kann.
 
Überblick über Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft
 
Notwendig:
Folsäure
Jod
 
Eingeschränkt empfohlen:
Eisen
Vitamin D
Vitamin B 12
 
Überflüssig bis gefährlich:
Vitamin-Kombipräparate
Vitamin A
Calcium
Magnesium
Fischöl

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