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Risiken bei einer Zwillingsschwangerschaft
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Jede Mehrlingsschwangerschaft gilt als Risiko-Schwangerschaft, so auch eine Schwangerschaft mit Zwillingen. Ist eine Frau mit Zwillingen schwanger, besteht die Gefahr, dass verschiedene Komplikationen auftreten können. Durch die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen verlaufen Zwillingsschwangerschaften in der heutigen Zeit meist jedoch ohne größere Probleme und vollkommen unkompliziert. Die werdende Zwillingsmama sollte allerdings alle Untersuchungen beim Frauenarzt wahrnehmen, um auf der sicheren Seite zu sein. Im ersten- und zweiten Schwangerschaftsdrittel sind die Untersuchungen regelmäßig alle zwei bis drei Wochen und im letzten Drittel der Zwillingsschwangerschaft geht die werdende Mutter wöchentlich zu ihren Gynäkologen.
 
Teilen sich die Zwillinge eine Plazenta?
 
Für den Verlauf einer Schwangerschaft mit Zwillingen ist es von großer Bedeutung, ob beide Kinder von einer Plazenta versorgt werden oder ob jedes Kind über eine eigene Plazenta verfügt. Medizinisch sprechen Ärzte bei der Versorgung durch eine Plazenta von einer monochorialen Versorgung und eine bichoriale Versorgung ist gegeben, wenn zwei Plazenten vorhanden sind. Ist nur eine Plazenta für beide Kinder vorhanden, ist äußerste Vorsicht angesagt: Bei sogenannten monochorialen Zwillingen ist eine besondere Überwachung sehr wichtig, da bestimmte Risiken bezüglich der Entwicklung der Zwillinge bestehen.
Bei einer Zwillingsschwangerschaft muss zunächst herausgefunden werden, wie die beiden Ungeborenen versorgt sind, das geschieht mittels Ultraschall. Der Frauenarzt stellt mit dem Ultraschall fest, wie viele Embryonalhüllen, auch Chorien genannt, vorhanden sind. Wenn die Zwillinge von einer Plazenta versorgt werden, ist nur eine Embryonalhülle im Ultraschall zu sehen. Die Bestimmung der Embryonalhüllen ist bis zur 16. Schwangerschaftswoche recht einfach, im Anschluss daran, ist die Embryonalhülle nur noch schlecht zu sehen, da sie an die Wand der Gebärmutter angrenzt.
Übrigens sind monochoriale Zwillinge immer eineiig!
 
Komplikationen, die bei monochorialen Zwillingen eintreten können
 
Es kann vorkommen, dass sich die gemeinsame Plazenta nicht gleichmäßig verteilt und somit eines der beiden Kinder schlechter und das andere besser versorgt wird.
Der Entwicklungsstand der Kinder zeigt sich unterschiedlich und sie wachsen außerdem verschieden schnell. Auch bei zweieiigen Zwillingen sind die Größe und das Gewicht der beiden Kinder nicht immer gleich, da liegt aber die Ursache an dem unterschiedlichen Erbgut, mit dem sie ausgestattet sind.
 
Eine weitere Komplikation stellt das Zwillingstransfusionssyndrom dar, auch fetofetales Transfusionssyndrom genannt. Dieses Syndrom findet sich bei 15 bis 20 Prozent aller Zwillinge, die mit einer Plazenta versorgt werden. Hierbei entsteht ein gemeinsamer Blutkreislauf, bei dem über die gemeinsame Plazenta die Blutgefäße von beiden Kindern miteinander verbunden werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Austausch des Blutes nicht gleichmäßig verläuft, vielmehr ein Kind der Spender und das andere Kind der Empfänger ist und somit bei beiden Babys Störungen in der Entwicklung auftreten. Hier kann gegebenenfalls eine Operation notwendig werden. 
 
Weitere Risiken bei einer Zwillingsschwangerschaft
 
Bei allen Schwangerschaften mit Zwillingen, egal ob es sich um monochoriale Zwillinge handelt, bestehen Risiken für bestimmte Komplikationen. Daher müssen Zwillingsschwangerschaften sehr genau beobachtet und alle Vorsorgeuntersuchungen unbedingt eingehalten werden. Nur so kann eine Komplikation rechtzeitig erkannt oder im Vorfeld vermieden werden.
 
Eine, der am häufigsten auftretenden Komplikationen, stellt die Frühgeburt dar, das heißt, wenn die Kinder noch vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Laut Statistik kommt die Hälfte aller Zwillinge vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt, was meist an der wachsenden Gebärmutter liegt. Die Gebärmutter muss quasi Platz für zwei schaffen, hat aber irgendwann ihre Größe erreicht. Die Zwillinge drücken nun mit ihrem Gewicht auf den Muttermund und die Geburt beginnt. Die betreffende Frau muss schnellst möglichst in die Klinik gebracht werden, wo Ärzte versuchen, die Wehen mit Medikamenten zu unterbinden. Das Ziel ist es, die Geburt hinauszuziehen, um möglichst viel Zeit, für die Reifung der Lungen zu gewinnen. Jede noch so kurze Zeit, die die Babys im Mutterleib verbleiben können, ist eine wertvolle Zeit.
Bluthochdruck stellt in der Schwangerschaft immer ein Risiko dar und zeigt sich bei Zwillingsschwangerschaften doppelt so oft gegenüber den "normalen" Schwangerschaften. Der Körper einer werdenden Zwillingsmama ist mit zwei Kindern weitaus schwerer belastet. Außerdem könnten Ängste und Nervosität als Ursache in Betracht gezogen werden.
 
Eine weitere Komplikation stellt die vorzeitige Ablösung der Plazenta dar: Geht mit der sich ablösenden Plazenta ein hoher Blutverlust einher, kann das fatale Folgen für die Kinder und die Mutter haben – eine Verblutung ist keine Seltenheit.
 
Die EPH-Gestose, auch unter Präeklampsie bekannt, stellt in jeder Schwangerschaft eine schwere Komplikation dar und kommt leider bei Zwillingsschwangerschaften gehäufter vor. Treffen erhöhter Blutdruck, Wassereinlagerungen sowie Eiweißausscheidungen zusammen, besteht die Gefahr einer EPH-Gestose. Sollte sich die Diagnose bestätigen, kann eventuell ein Kaiserschnitt notwendig werden. Welche Ursachen einer EPH-Gestose zugrunde liegen, ist noch nicht ausreichend geklärt.
 
Damit auch eine Zwillingsschwangerschaft ohne Komplikationen verläuft, sind die regelmäßigen Voruntersuchungen extrem wichtig und sollten immer eingehalten werden. Auch wenn die werdende Mutter selbst Veränderungen bezüglich der Schwangerschaft feststellt oder sich Ängste und Unsicherheiten breitmachen, ist der Gang in die Frauenarztpraxis die richtige Entscheidung.
 
Bildnachweis: © D. Ott - Fotolia.com

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