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So entstehen Zwillinge
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Laut Statistiken werden in der heutigen Zeit weitaus mehr Zwillinge geboren als in vergangenen Tagen. Warum ist das so? Heute entscheiden sich immer mehr Frauen für eine späte Schwangerschaft. Je älter eine Frau ist, desto mehr Eisprung auslösende Hormone werden ausgeschüttet, was wiederum zur Folge hat, dass mehr Eier in die Gebärmutter eingenistet werden – und so, auf ganz natürlichem Wege, Mehrlingsschwangerschaften entstehen.
Mit zunehmendem Alter nimmt aber gleichzeitig auch die Fruchtbarkeit der Frauen ab, das heißt, dass dann in vielen Fällen des Kinderwunsches eine Hormonbehandlung fällig wird. Manche Frauen entscheiden sich auch für eine künstliche Befruchtung. Durch die Stimulation des Eisprungs, während einer Hormonbehandlung, reifen mehrere Eizellen, was sich wiederum begünstigend auf eine Mehrlingsschwangerschaft auswirken kann. Entscheidet sich ein Paar für die künstliche Befruchtung, werden mehrere befruchtete Eier in die Gebärmutter eingesetzt. Auch hier können Mehrlinge entstehen.
 
Die Veranlagung mütterlicherseits begünstigt eine Zwillingsschwangerschaft
 
Neben dem Alter der werdenden Mutter sowie Hormonbehandlungen und künstlichen Befruchtungen ist vor allem die Veranlagung der Frau maßgebend, ob Zwillinge entstehen. Besonders günstig wirken sich die mütterlichen Erbanlagen aus, das heißt, wenn die eigene Mutter oder die Großmutter Zwillinge geboren hat, steigt die Wahrscheinlichkeit, selbst Zwillinge zu bekommen, um das Fünffache an.
Früher gab es die Regel, dass Zwillingsschwangerschaften gerne eine Generation auslassen und erst in der nächsten Generation erneut vorkommen – diese These ist aber niemals wirklich nachgewiesen worden.
 
Was passiert im Körper der Frau, wenn Zwillinge entstehen?
 
Eineiige Zwillinge entstehen durch eine Eizelle, welche sich teilt. Jedes der beiden Teile, die aus der einen befruchteten Eizelle stammen, enthält dasselbe Erbgut. Sie entwickeln sich separat, jeder Teil für sich ganz allein, verfügen aber über dieselben Erbanlagen, sodass die Kinder das gleiche Geschlecht haben und meist gleich aussehen. Durch die Mutationen nach der Eizellenteilung können auch bei eineiigen Zwillingen gewisse Unterschiede erkennbar werden. Hier spricht man von gespiegelten Merkmalen, bei denen dieselben Merkmale, bei dem einen Zwilling auf der rechten Seite und bei dem anderen Zwilling auf der linken Seite, zu finden sind.
Zweieiige Zwillinge entstehen doppelt so viel Mal, wie eineiige Zwillinge. In diesem Fall sind zwei verschiedene Eizellen mit unterschiedlichen Spermien befruchtet worden. Jede Eizelle verfügt über eigene Erbanlagen, sodass die Zwillinge nicht zwangsläufig dasselbe Geschlecht haben müssen und auch nicht identisch im Aussehen sind.
 
Wird eine Zwillingschwangerschaft mittels Ultraschall bestätigt, kann noch nicht genau gesagt werden, ob es sich um eineiige oder zweieiige Zwillinge handelt. Bei zweieiigen Zwillingen verfügt jedes ungeborene Kind über eine Fruchtblase und eine Plazenta. Es kann durchaus vorkommen das beide Plazenten miteinander verwachsen und dann wie eine Plazenta aussehen. Fälschlicherweise spricht der Arzt dann vielleicht von eineiigen Zwillingen.
 
Ob eineiige Zwillinge von einer oder zwei Plazenten versorgt werden, hängt von dem Zeitpunkt ab, an dem sich die befruchtete Eizelle geteilt hat. Teilt sich die Eizelle in den ersten drei Tagen, hat jedes Baby eine eigene Fruchtblase und eine eigene Plazenta. Eventuell verwachsen auch hier beide Plazenten miteinander. 
 
Erfolgt die Teilung der Eizelle hingegen zwischen dem dritten und achten Tag, was in den meisten Fällen so ist, hat sich die äußere Fruchtblase sowie die Plazenta bereits gebildet. Hier finden alle zwei Babys Platz, jeweils mit eigener Fruchtblase. Hier kann es zum Zwillings-Transfusionssyndrom kommen, bei dem der Blutkreislauf der Kinder gestört ist. Das Syndrom ist behandelbar und tritt nur in 15 bis 20 Prozent aller Fälle auf.
 
Teilt sich die Eizelle erst zwischen dem achten und zwölften Tag, stehen eine Fruchtblase sowie eine Plazenta für beide Babys zur Verfügung. Auch hier kann es zum unerwünschten Transfusionssyndrom kommen – eine weitere Komplikation kann das Verschlingen der Nabelschnüre sein. Mit der dreiprozentigen Wahrscheinlichkeit, dass eines oder beide Kinder sterben, ist das Risiko dennoch gering.
 
Bildnachweis: © Anyka - Fotolia.com

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